TA: FC Rot-Weiß: Überzeugen statt überreden
Seit dieser Saison ist er Trainer des FC Rot-Weiß, führte die Mannschaft nach anfänglichen Problemen an die Aufstiegsplätze heran. TA sprach mit Rainer Hörgl über seine Mannschaft, seine Kritiker und seine Ziele.
Wissen Sie mittlerweile etwas anzufangen mit "knetschen", "demmeln" oder "mähren"?
Oh, nein. "Knetschen" habe ich zwar schon einmal gehört, weiß aber nicht, was es bedeutet.
"Knetschen" bedeutet reden, "demmeln" treten und "mähren" trödeln - das sind alles Begriffe in Erfurter Mundart. . .
Wie "nöhlen"?
Genau. Das kennen Sie wohl?
Alex Fromm, unser Athletiktrainer, benutzt es hin und wieder, wenn die Spieler über manche Übungen meckern - dann ´nöhlen die schon wieder´.
Wie würden Sie Ihre ersten sechs Monate in Erfurt in drei Worten charakterisieren?
Schwieriger Beginn - langsame Akzeptanz - angekommen.
Wurde Ihnen die Arbeit durch das offen formulierte Aufstiegsziel nicht unnötig erschwert?
Grundsätzlich machen mir hohe Ziele nichts aus. Ich habe es deshalb auch nicht als störend empfunden. Und wie man im Nachhinein sieht, war es auch nicht so verkehrt. Dass anfangs, als es noch nicht so lief, alles auf diese Aussage reduziert wurde, hat mich schon überrascht.
Fühlten Sie sich damals zu Unrecht kritisiert?
Ich habe mich gefragt, warum man hier so schnell unzufrieden ist. Das habe ich noch nirgendwo so erlebt. Dabei hatte ich es in Augsburg eigentlich viel schwerer. Ich war Nachfolger von Armin Veh, einem gebürtigen Augsburger, der sehr erfolgreich war. Doch selbst, als es nicht so lief, wurden wir nicht gnadenlos ausgepfiffen. Da gab es keine Buhrufe, geschweige denn "Hörgl raus"-Rufe.
Gab es in dieser Phase einen Moment, an dem Sie es bereut hatten, überhaupt nach Erfurt gekommen zu sein?
Nein, ich war ja immer überzeugt von der Mannschaft und ihrem Potenzial. Aber hinterfragt habe ich mich schon. Ich bin ja nicht eiskalt. Und ein Stück weit hat mich diese extreme Kritik auch verunsichert. Sie ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Für die Zukunft wünsche ich mir einfach mehr Sachlichkeit.
War der Derbysieg in Jena die Wende zum Guten?
27.12.2009
Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de
Seit dieser Saison ist er Trainer des FC Rot-Weiß, führte die Mannschaft nach anfänglichen Problemen an die Aufstiegsplätze heran. TA sprach mit Rainer Hörgl über seine Mannschaft, seine Kritiker und seine Ziele.
Wissen Sie mittlerweile etwas anzufangen mit "knetschen", "demmeln" oder "mähren"?
Oh, nein. "Knetschen" habe ich zwar schon einmal gehört, weiß aber nicht, was es bedeutet.
"Knetschen" bedeutet reden, "demmeln" treten und "mähren" trödeln - das sind alles Begriffe in Erfurter Mundart. . .
Wie "nöhlen"?
Genau. Das kennen Sie wohl?
Alex Fromm, unser Athletiktrainer, benutzt es hin und wieder, wenn die Spieler über manche Übungen meckern - dann ´nöhlen die schon wieder´.
Wie würden Sie Ihre ersten sechs Monate in Erfurt in drei Worten charakterisieren?
Schwieriger Beginn - langsame Akzeptanz - angekommen.
Wurde Ihnen die Arbeit durch das offen formulierte Aufstiegsziel nicht unnötig erschwert?
Grundsätzlich machen mir hohe Ziele nichts aus. Ich habe es deshalb auch nicht als störend empfunden. Und wie man im Nachhinein sieht, war es auch nicht so verkehrt. Dass anfangs, als es noch nicht so lief, alles auf diese Aussage reduziert wurde, hat mich schon überrascht.
Fühlten Sie sich damals zu Unrecht kritisiert?
Ich habe mich gefragt, warum man hier so schnell unzufrieden ist. Das habe ich noch nirgendwo so erlebt. Dabei hatte ich es in Augsburg eigentlich viel schwerer. Ich war Nachfolger von Armin Veh, einem gebürtigen Augsburger, der sehr erfolgreich war. Doch selbst, als es nicht so lief, wurden wir nicht gnadenlos ausgepfiffen. Da gab es keine Buhrufe, geschweige denn "Hörgl raus"-Rufe.
Gab es in dieser Phase einen Moment, an dem Sie es bereut hatten, überhaupt nach Erfurt gekommen zu sein?
Nein, ich war ja immer überzeugt von der Mannschaft und ihrem Potenzial. Aber hinterfragt habe ich mich schon. Ich bin ja nicht eiskalt. Und ein Stück weit hat mich diese extreme Kritik auch verunsichert. Sie ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Für die Zukunft wünsche ich mir einfach mehr Sachlichkeit.
War der Derbysieg in Jena die Wende zum Guten?
27.12.2009
Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de